
Ein Freebie muss für mich keine kleine Enzyklopädie sein. Es sollte eine klar umrissene Aufgabe erleichtern und dem Leser zeigen, wie du an Probleme herangehst. Wenn jemand nach dem Download nur mehr Material besitzt, aber keinen besseren nächsten Schritt kennt, war der Umfang möglicherweise wichtiger als der Nutzen.
Ich würde deshalb mit einer wiederkehrenden Frage anfangen. Begrenze daraus eine Aufgabe, die sich mit einem kurzen Arbeitsblatt oder einer kompakten Anleitung erledigen lässt. Die breitere Angebotsplanung findest du in der Anleitung zur Produktentwicklung; hier geht es um den kleinen Einstieg davor.
Eine Aufgabe wählen, die für sich genommen nützlich ist
Nimm eine Frage, die vor deinem eigentlichen Angebot auftaucht. Bei einem Kursprojekt könnte das lauten: „Wie grenze ich mein erstes Lernziel ein?“ Das Freebie muss nicht den gesamten Kurs entwickeln. Es könnte helfen, ein Thema in eine konkrete Aufgabe für eine bestimmte Zielgruppe zu übersetzen.
Schreibe das gewünschte Ergebnis in einem Satz auf. „Der Leser hat eine ausgefüllte Lernzielvorlage“ ist überprüfbarer als „Der Leser erhält Klarheit“. Wenn du nicht benennen kannst, was am Ende vorliegt, würde ich das Thema weiter eingrenzen. Eine kleine vollständig beantwortete Frage ist ein brauchbarer Anfang.
Das Format folgt der Aufgabe
Eine Checkliste passt, wenn etwas geprüft werden soll. Eine Vorlage passt, wenn der Leser einen wiederkehrenden Entwurf erstellen möchte. Ein kurzer Leitfaden hilft, wenn zunächst ein Zusammenhang verstanden werden muss. Ich würde nicht automatisch ein PDF mit vielen Seiten wählen, nur weil dieses Format vertraut ist.
In unserem Lernzielbeispiel wäre eine ausfüllbare Seite mit einem vollständig erklärten Muster sinnvoll. Die Vorlage braucht Platz für die Zielgruppe, die Ausgangssituation, die Aufgabe und eine Grenze. Ein zusätzlicher kurzer Abschnitt erklärt, woran eine zu breite Formulierung erkennbar ist.
Das Beispiel ausdrücklich als Beispiel kennzeichnen
Zeige, wie die Vorlage benutzt werden kann, ohne daraus eine fremde Erfolgsgeschichte zu bauen. Formuliere etwa: „Angenommen, du möchtest einen Kurs für selbstständige Fotografen planen.“ Danach arbeitest du den Ablauf an dieser erfundenen Situation durch. So wird die Anwendung greifbar, ohne echte Kunden oder Ergebnisse vorzutäuschen.
Achte darauf, dass das Beispiel nicht mehr Voraussetzungen verlangt als das Freebie selbst. Wenn der Leser erst vier weitere Werkzeuge benötigt, bevor er die Vorlage ausfüllen kann, ist der Einstieg unnötig schwer. Zusätzliche Materialien würde ich nur anbieten, wenn sie die konkrete Aufgabe wirklich unterstützen.
Den Übergang zum nächsten Inhalt verständlich machen
Das Freebie sollte für sich nützlich bleiben. Danach darf ein passender nächster Schritt folgen: ein vertiefender Artikel, eine weitere Entscheidungshilfe oder eine Produkterklärung. Für die anschließende Kommunikation kannst du die E-Mail-Funnel-Grundlagen verwenden. Die Verbindung sollte sich aus der Aufgabe ergeben und nicht nur aus dem Wunsch, irgendein Angebot unterzubringen.
Wenn das eigentliche Problem noch ein unübersichtliches Angebotsportfolio ist, kann die Einordnung von Paula Produktklar ergänzende Orientierung geben. Ein solches Werkzeug ersetzt aber nicht die Frage, ob der Leser seine erste kleine Aufgabe tatsächlich lösen konnte.
Mit einem Anwendungstest statt mit Seitenzahlen prüfen
Bitte eine geeignete Person, die Aufgabe anhand des Materials durchzugehen. Beobachte, an welcher Stelle eine Erklärung fehlt. Frage anschließend, was sie konkret erstellt oder entschieden hat. Du musst dafür keine Ergebnisse ausschmücken: Schon ein unklarer Begriff oder ein fehlendes Eingabefeld ist eine nützliche Erkenntnis.
Überarbeite anschließend genau diese Stellen. Ich würde vor einer größeren Kampagne außerdem Download, Darstellung auf dem Handy und den beschriebenen nächsten Schritt prüfen. Für mich ist ein gutes Freebie dann bereit, wenn seine Aufgabe verständlich ist und ohne unnötige Umwege erledigt werden kann.
Häufige Fragen
Muss ein Freebie besonders umfangreich sein?
Ich würde den Umfang an der Aufgabe ausrichten. Eine hilfreiche ausfüllbare Seite kann sinnvoller sein als ein langer Leitfaden ohne klares Ergebnis.
Welches Format passt am besten?
Zum Prüfen eignet sich eine Checkliste, zum Erstellen eine Vorlage und zum Verstehen ein kurzer Leitfaden. Entscheidend ist die konkrete Anwendung.
Wie prüfe ich den Nutzen vor einer Kampagne?
Lass eine passende Person die Aufgabe mit dem Material bearbeiten und halte unklare Schritte fest. Prüfe zusätzlich Download und Darstellung auf dem Handy.